Der Einsatz schwarzafrikanischer* Söldner in Libyen setzt eine unselige, über 1000-jährige Tradition arabischer Autokraten fort
Von Marco Schöller
Auch über die Herkunft dieser Söldner weiß man inzwischen mehr, denn es scheint sich v.a. um Soldaten aus Guinea und dem Tschad, möglicherweise auch aus Niger und Nigeria zu handeln; entsprechende Dokumente, die z.B. eine Verbindung zu Guinea belegen, wurden bei überwältigten Söldnern gefunden. Die Frage der Herkunft war über mehrere Tage unsicher: Zuerst hieß es, sie stammten aus Mali, und im Internet meldete man auch, daß "koreanische" Söldner und solche aus Bangladesh beteiligt seien. Letztere Meldung konnte nicht bestätigt werden. Bereits am Samstag wurde nach französischen Angaben berichtet, die Söldner seien Separatisten aus dem Sudan und dem Tschad, die in Libyen Trainingslager hätten und eigentlich für den Kampf in Darfur gedacht seien. Gleichzeitig wurde mehrfach gemeldet, Söldner würden für den Kampf in Libyen erst eingeflogen. Über die Anwerbung und den Transport der Söldner kursierten dann am Montag und gestern zahlreiche Gerüchte, deren Wahrheitsgehalt sich nicht überprüfen läßt. So hieß es, das libysche Regime plane, Flugzeuge ziviler Fluggesellschaften auf libyschen Flughäfen zu requirieren, um Söldner einzufliegen; ein Gesandter Gaddafis soll sich in Kairo (umsonst) darum bemüht haben, Luftraum für diesen Zweck "einzukaufen". Schließlich wurde behauptet, daß in mehreren subsaharischen Staaten – Guinea und Nigeria wurden explizit genannt – Handzettel kursieren sollen, die einen Tagessold von $ 2000 oder mehr versprachen, falls sich Männer zum Kampf in Libyen meldeten. Alle diese Meldungen sind nicht bestätigt.
Von Marco Schöller
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Seit Freitag hat es zunächst wenige und unsichere, dann immer mehr und bestätigte Nachrichten gegeben, daß das Gaddafi-Regime in Libyen Söldner aus subsaharischen Staaten einsetzt, um gegen das libysche Volk vorzugehen. Inzwischen ist das unbestreitbar, nicht zuletzt auch dank der Photos und Videos aus Libyen, die im Internet und den internationalen TV-Kanälen kursieren. Mehrere Videos zeigen überwältigte Söldner, tot oder lebendig.
Auch über die Herkunft dieser Söldner weiß man inzwischen mehr, denn es scheint sich v.a. um Soldaten aus Guinea und dem Tschad, möglicherweise auch aus Niger und Nigeria zu handeln; entsprechende Dokumente, die z.B. eine Verbindung zu Guinea belegen, wurden bei überwältigten Söldnern gefunden. Die Frage der Herkunft war über mehrere Tage unsicher: Zuerst hieß es, sie stammten aus Mali, und im Internet meldete man auch, daß "koreanische" Söldner und solche aus Bangladesh beteiligt seien. Letztere Meldung konnte nicht bestätigt werden. Bereits am Samstag wurde nach französischen Angaben berichtet, die Söldner seien Separatisten aus dem Sudan und dem Tschad, die in Libyen Trainingslager hätten und eigentlich für den Kampf in Darfur gedacht seien. Gleichzeitig wurde mehrfach gemeldet, Söldner würden für den Kampf in Libyen erst eingeflogen. Über die Anwerbung und den Transport der Söldner kursierten dann am Montag und gestern zahlreiche Gerüchte, deren Wahrheitsgehalt sich nicht überprüfen läßt. So hieß es, das libysche Regime plane, Flugzeuge ziviler Fluggesellschaften auf libyschen Flughäfen zu requirieren, um Söldner einzufliegen; ein Gesandter Gaddafis soll sich in Kairo (umsonst) darum bemüht haben, Luftraum für diesen Zweck "einzukaufen". Schließlich wurde behauptet, daß in mehreren subsaharischen Staaten – Guinea und Nigeria wurden explizit genannt – Handzettel kursieren sollen, die einen Tagessold von $ 2000 oder mehr versprachen, falls sich Männer zum Kampf in Libyen meldeten. Alle diese Meldungen sind nicht bestätigt.![]() |
| Videos, die schwarzafrikanische Söldner zeigen sollen |



